Leonardo-da-Vinci-Projekte 2007–2011

Das Vinzenz-von-Paul-Berufskolleg und das Aachener Sozialunternehmen VIA Integration gGmbH kooperieren seit 2007 in EU-Projekten aus dem Bereich: Lebenslanges Lernen Leonardo-da-Vinci (LdV). Leonardo ist das größte Programm zur Förderung von Auslandsaufenthalten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der EU und wird hier in Deutschland vom Bundesinstitut für berufliche Bildung in Bonn verwaltet.

 

Kursteilnehmer und Dozenten
Kursgruppe "Ebimed-Der"

„Life Chances“

Das erste Projekt „Life Chances“ (2007–09, LdV Mobilität) ermöglichte Lehrern und Ausbildern vom Berufskolleg und VIA, Strukturen der beruflichen Bildung in drei Partnerländern, England, Schweden und der Türkei kennen zu lernen.

 

Wichtigstes Ziel dieses Projekts war es aber, die oft problematische Nahtstelle zwischen Schule und Ausbildung zu verbessern. Schüler und interessierte Arbeitgeber sollen schon vor dem Schulabschluss miteinander in Verbindung gebracht werden, um so den Schülern in den letzten Monaten ihrer Ausbildung im Berufskolleg Fähigkeiten zu vermitteln, die gezielter auf den Bedarf des Arbeitgebers abgestimmt sind.

Bild und Vorstellungstext einer Schülerin
Beispiel Online-Plattform

Dies wird mit Hilfe einer Online-Plattform erzielt, die geschützte Räume anbietet, wo sowohl Schüler ihr Ausbildungsprofil hochladen als auch Arbeitgeber ihren Ausbildungs- oder evtl. Praktikumsplatz beschreiben können. Über diese Plattform kann ein direkter, effektiver Kontakt zwischen Auszubildendem und Arbeitgeber entstehen. Die Erfahrungen mit der Plattform sollen dann langfristig auch von unseren europäischen Projektpartnern umgesetzt werden.

 

Dieses Projekt, das vom Bundesinstitut mit dem Vermerk „Best Practice“ ausgezeichnet wurde, hat dauerhafte Veränderungen in unserem Berufskolleg bewirkt. So nimmt das Thema „Bewerbung“ in den Unterrichtsfächern Deutsch, Textverarbeitung und Organisationslehre jetzt einen breiteren Raum ein, da die Schüler dort ihre Online-Bewerbung auf unserer Plattform mit Unterstützung der Fachlehrer vorbereiten. Das Berufskolleg arbeitet jetzt auch regelmäßig mit dem Integrationsfachdienst des LVR Rheinland und mit der Lebenshilfe Aachen zusammen. Außerdem haben sich unsere Kontakte zu lokalen Ausbildungsbetrieben durch das Projekt intensiviert, was zur Vermittlung von Praktika für unsere Schüler führte und hoffentlich auch weiterhin führen wird.

 

Unsere europäischen Partner waren:

  • GB: Gloucestershire County Council, National Star College in Cheltenham, Royal National Institute for the Blind in Bristol
  • Schweden: Accessum in Västeras
  • Türkei: AVEA in Adana

 

„Verbesserung der beruflichen Qualifikationen von Menschen mit Behinderungen in Sozialunternehmen“

Feinarbeit an einer Platine
Ceeme, Valencia
Arbeitssitzung in Toulouse
CPam, Toulouse
Verkaufsraum Romagnola
New Horizon (Rimini)

Das zweite Projekt „Verbesserung der beruflichen Qualifikationen von Menschen mit Behinderungen in Sozialunternehmen“ (2009–2011, LdV Partnerschaften) ist als Folgeprojekt zu „Life Chances“ entstanden. VIA Integration gGmbH, Sozialunternehmen und Ausbildungsbetrieb, ist diesmal wegen des gewählten Schwerpunkts offizieller Projektträger, die Projektorganisation liegt aber weiterhin beim Berufskolleg. Zusätzlich zu den Partnern aus der Türkei, GB und Schweden kamen noch Partner aus Italien, Frankreich, Slowakei und Spanien hinzu.

 

Wir untersuchen in den acht teilnehmenden Partnerländern jeweils ein Sozialunternehmen – hier in Aachen ist es VIA gGmbH –, das Menschen mit Behinderungen beschäftigt und/oder ausbildet. Die Analyse geschieht in Bezug auf einen bei einem Vorbereitungstreffen in GB gemeinsam festgelegten Kriterienkatalog. Wir wollen herausfinden, unter welchen Bedingungen (finanzieller Art, gesellschaftliche Akzeptanz, etc.) Sozialunternehmen in den einzelnen Ländern entstehen und funktionieren und wie sie Menschen mit Behinderungen so qualifizieren, dass letztere eine möglichst dauerhafte berufliche Beschäftigung erlangen können. Dabei ist die Bandbreite an Erfahrung unserer Partnerländer auf diesem Gebiet sehr groß: von eher rudimentären Strukturen in der Türkei bis hin zu langjähriger Expertise in GB, Schweden und Deutschland.

 

Ziel des Projekts ist es, die Ergebnisse unserer Vergleichsstudie zusammenzufassen und als eine Art „Tool Kit“ für Sozialunternehmen, die in diesem Bereich arbeiten, im Internet zu veröffentlichen. In diesem Tool Kit werden Best-Practice-Beispiele zu sehen sein oder auch Beispiele, wie Probleme im Entstehungsprozess von Sozialunternehmen gelöst wurden, etc.

Auch äußern behinderte Angestellte der Sozialunternehmen in Interviews ihre positive oder negative Kritik an ihrem Beschäftigungsverhältnis.

 

Diese sehr zahlreichen Informationen aus den jeweiligen Austauschbesuchen bearbeiten und speichern wir auf unserer Arbeitsplattform „Virtual Learning Environment”, die unsere englische Koordinatorin Jane Griffiths zur Verfügung gestellt hat und die es uns auch ermöglicht, in themenbezogenen Foren zeitnah miteinander zu diskutieren.

 

Bei unseren Aufenthalten in den Partnerländern besuchen wir außer dem zu analysierenden Sozialunternehmen noch andere Einrichtungen, die mit Menschen mit Behinderungen arbeiten.

Leonardo

Logo des Leonardo-da-Vinci-Projekts

offizielles Logo des Projekts „Life Chances“